Feuchtigkeit und Schimmelpilzbefall - Institut für Umwelt und Baubiologie Schimmelpilze HausschwammWasserschaden Gutachter Sachverständiger in Velbert

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Feuchtigkeit und Schimmelpilzbefall

Feuchtigkeit
Grundvoraussetzung für Schimmelbildung ist neben den überall vorkommenden Kohlenstoffquellen ein Minimum an Feuchtigkeit. Unter ständig trockenen Bedingungen kann sich kein Schimmel entwickeln! Da aber Schimmelpilze keine sehr hohen Ansprüche stellen und ihre Sporen monate- und jahrelang überdauern können, bevor sie wieder günstige Wachstumsbedingungen finden, kann schon sporadisch auftretende höhere Feuchtigkeit zum Befall führen. Sind z.B. eine Wand, eine Dachschräge, oder der Estrich feucht geworden, muss dafür gesorgt werden, dass der Bereich möglichst schnell wieder austrocknet.

Foto links: durchfeuchtete Dachschräge durch schadhafte Dacheindeckung. Foto Mitte: durchnässte Verlegeplatte nach einem Wasseraustritt aus dem Frischwasserschlauch zu einer Gastherme auf dem Dachboden. Darunter befindet sich eine Holzbalkenlage. Foto rechts: Schimmelpilzbefall auf dem durchfeuchteten Decken- und Wandbereich sowie aufgequollenes Laminat durch eine fehlende Abdeckung des Kamins

Nach einem Wasserschaden ist es oft nicht ausreichend, die durchfeuchteten Materialien lediglich zu trocknen und ggf. mit einem Anti-Schimmelmittel zu behandeln. Sofern sich starker Schimmelpilzbefall gebildet hat, ist es in der Regel erforderlich, die betroffnen Bauteile zurückzubauen. Dies trifft besonders dann zu, wenn Zwischenwände aus Gipskarton starken Schimmelpilzbefall aufweisen. Auch die Estrich-Dämmschicht kann nach einen Wasserschaden mit Schimmelpilzen und/oder Bakterien belastet sein. Durch eine mikrobiologische Untersuchung kann geprüft werden, ob eine Estrich-Trocknung möglich ist oder ein Austausch aufgrund der Kontamination erforderlich ist. Es ist anzumerken, dass auch von einem abgetrockneten Schimmelpilzbefall ein Gesundheitsrisko ausgehen kann. Von den gasförmigen Stoffwechselprodukten (MVOCs) bestimmer Schimmelpilze, insbesondere Fusarium-Arten, kann es zu einem unangenehmen Geruch kommen, der z. B. typisch für feuchte Keller ist.    

Foto links: Leckage, die erst nach dem Entfernen des Estrichs auffiel. Foto Mitte: teilweise entfernter Estrich. Man sieht, dass das Wasser unter die Folie gelaufen und die Bodenplatte nass ist. Foto rechts: Reste von durchfeuchtetem Estrich sowie feucht gewordene Rohrummantelungen nach einem Leitungswasserschaden  
Bei einem Wasserschaden ist es neben der Trocknung zwingend erforderlich, die Stelle(n) des Feuchtigkeitsaustritts (Leckagen) zu orten und fachgerecht zu beseitigen. Dabei kann es erforderlich sein, die wasserführenden Rohrleitungen vollständig auszutauschen.
Flickarbeiten und andere Improvisationen sind in der Regel  für einen dauerhaften Erfolg nicht ausreichend, wie auf den nebenstehenden Fotos von einem Asbest haltigen Abwasserohr aus den 1970er Jahren zu sehen ist. Die Schadstellen (Löcher) wurden einfach mit Klebeband verschlossen.   
Manchmal wird auch nicht erkannt, dass es allein mit einer Abdichtung, z. B. von einer undichten Badewannen- oder Duscharmatur nicht getan ist. In diesem Fall wurden wir zu einem Fall gerufen, bei dem im Schlafzimmer seit einiger Zeit ein äußerst unangenehmer Schimmelgeruch vorhanden war, der sich auch durch vermehrtes (später fast ständiges) Lüften nicht beseitigen ließ. Da sich auch in der Umgebung des Fensters Schimmelpilzbefall gebildet hatte, war der Vermieter von einem falschen Nutzerverhalten ausgegangen.Bei der Befragung wurde jedoch auch eine schon einige Zeit zurück liegende Undichtigkeit an der Badewannenarmatur erwähnt, bei der nur die Armatur erneuert und abgedichtet wurde, aber keine weiteren Untersuchungen erfolgten. Daher äußerten wir den Verdacht, dass dadurch die Wand zum Schlafzimmer möglicherweise durchfeuchtet wurde und sich hinter dem dort stehenden Kleiderschrank Schimmelpilzbefall gebildet hatte. Als dieser abgerückt wurde, sah man den Schaden: massiver Schimmelpilzbefall auf der durchfeuchteten Wand und auf der Rückseite des Kleiderschranks. Die folgenden Fotos zeigen dies eindrucksvoll.         
Gründe für feuchte Stellen können neben spontanen Wassereinbrüchen auch Schäden am Gebäude sein, z. B. Undichtigkeiten des Daches, Mauerrisse, unzureichende Abdichtung von Fenster- und Türanschlüssen, nicht isolierte Außenwände, Schäden im Erdkontaktbereich, undichte Versorgungsrohre oder so genannte Wärmebrücken. Auch häufige Schwankungen der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur können das Wachstum von Schimmelpilzen begünstigen.

Sind die (Außen-)Wände großflächig verdeckt, z. B. durch größere Schrank- oder Regalwände oder große, dicht anliegende Bilder oder Spiegel, ist dahinter keine ausreichende Luftzirkulation möglich und es kann sich Schimmelpilzbefall bilden. Vermeiden lassen sich diese Probleme am ehesten, wenn die Möbel etwa 5 cm von der Wand entfernt und möglichst auf Füßen stehen, und bis zur Decke auch noch Platz ist.

Feuchtigkeit schlägt sich im Allgemeinen dort nieder, wo eine bessere Wärmeleitfähigkeit besteht als in der Umgebung. Metalle wie Fensterrahmen aus Aluminium haben z. B. eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit. Dies macht sie zu besonders gefährdeten Punkten für das Auftreten von Kondensationsfeuchtigkeit.
 
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